Ergebnisse

 

Häufigkeiten psychischer Störungen

  • Bei rund 22 % der befragten Kinder und Jugendlichen liegen Hinweise auf psychische Auffälligkeiten vor.
  • 10 % bis 11 % der Kinder und Jugendlichen zeigten zu allen vier Messzeitpunkten psychische Auffälligkeiten.
  • Im zeitlichen Verlauf zeigte sich, dass ein Drittel der Kinder und Jugendlichen, die bei der Basiserhebung psychische Probleme aufwiesen, sechs Jahre später auch psychisch auffällig waren (siehe Abbildung).
  • Psychische Auffälligkeiten können langfristig mit negativen Auswirkungen einhergehen: über mehrere Jahre bestehende psychische Auffälligkeiten hatten bei beiden Geschlechtern eine Verminderung der Lebensqualität und der schulischen Leistungen zu Folge.

 

 

Risiko- und Schutzfaktoren

 

Risikofaktoren:

  • Insbesondere ein niedriger sozioökonomischer Status und Risiken in der Familie, wie zum Beispiel Familienkonflikte oder eine hohe elterliche Belastung, zeigten sich als Risikofaktoren für psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen.
  • Elterliche Psychopathologie steht im Zusammenhang mit dem Vorliegen und der Entwicklung von depressiven Symptomen bei den Kindern.
  • Mit einer größeren Anzahl an Risiken gehen auch erhöhte Raten von psychischen Auffälligkeiten einher.

 

Abb: Psychische Auffälligkeit nach sozioökonomischem Status

Aus: Ravens-Sieberer et al. (2007) Bundesgesundheitsblatt 50(5):871-78.

 

Schutzfaktoren:

  • Kinder mit individuellen, familiären und sozialen Schutzfaktoren zeigen weniger psychische Auffälligkeiten.
  • Das Vorhandensein und die Zunahme der Schutzfaktoren Selbstwirksamkeitsüberzeugungen beim Kind, positives Familienklima und soziale Unterstützung wirken sich abmildernd auf die Entstehung einer depressiven Symptomatik der Kinder und Jugendlichen aus und verringern den negativen Einfluss einer psychischen Erkrankung der Eltern auf die Kinder.

 

Versorgungslage und Ansprechpartner

  • Jedes dritte Kind (33 %) mit einer akuten/wiederkehrenden psychischen Erkrankung und 64 % mit einer anhaltenden psychischen Erkrankung sind in Behandlung.
  • Die Inanspruchnahme ist signifikant höher bei starker psychischer Belastung, in größeren Städten und Gemeinden, im Osten Deutschlands sowie bei externalisierenden Störungen.
  • Je höher der Sozialstatus ist, desto höher ist die Behandlungsquote der Betroffenen.
  • Ansprechpartner sind überwiegend Personen aus dem näheren Umfeld (Freunde, Familienangehörige), Kinderärzte (72,7 %), Lehrkräfte (69,3 %), Psychologen (59,7 %) und Psychiater (22,3 %).

 

 

Kooperationspartner

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